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Eimertränke


In einigen Situationen ist man zu einer künstlichen Ernährung der Zickel gezwungen.

Z.B.:

  • Die Mutter hat zu wenig Milch
  • Die Mutter hat zu viele Zickel
  • Die Zitzen der Mutter sind zu dick für das Zickel
  • Die Mutter hat eine Euterentzündung

Hat man mehr, als 1 Tier zu tränken, so wird das mit einer Lämmerflasche schnell zu einem Problem. Die Eimertränke bietet eine Lösung zwischen Flasche und Tränkeautomat an.

Ein solcher Tränkeeimer wird mit einer kleinen Halterung an die Wand gehängt und hat 5 Sauger.

Prinzipiell unterscheidet man noch zwischen Warmtränke und Kalt-Sauer-Tränke, auf die ich hier aber nicht eingehen will.

 

Wir verwendeten für 5 Bocklämmer und 1 weibliches Lamm einen solchen Tränkeeimer als Warmtränke.

Zunächst haben wir Milchaustauscher verwendet. Das ist ein Pulver, das zur trinkfertigen Flüssigkeit mit Wasser angerührt wird.

Milchaustauscher gibt es in unterschiedlichen Qualitätsstufen und damit auch Preisklassen, die sich in ihrem Anteil an Trockenmilchpulver unterscheiden.

  • Diesen Milchaustauscher gibt es nur in relativ großen Gebinden. Da bleibt zuletzt offt noch einiges übrig, was man bis zur nächsten Ablammperiode aber nicht aufbewahren kann.
  • Klumpfrei anrühren ist gar nicht so leicht und Klumpen verstopfen die Sauger.
  • 3 bis 4 Liter pro Tränkung anzurühren braucht auch Zeit
Um uns die Arbeit zu vereinfachen, haben wir zur etwas teureren Lösung gegriffen: H-Vollmilch

Diese Milch im Supermarkt gekauft, kostet nicht viel mehr, als der Milchaustauscher, ist aber viel einfacher und schneller trinkfertig zu machen.
Je 1 Liter konnten wir so in der Mikrowelle sehr schnell auf die richtige Trinktemperatur erwärmen. Angebrochene, aber noch nicht erhitzte Milch kann man im Kühlschrank bis zum nächsten Tränketermin aufheben.
Die erwärmte Milch haben wir in einem normalen Plastikeimer zum Stall gebracht, denn die Sauger am Eimer sind nie so ganz dicht und man hinterläßt dann schnell eine Tropfenspur im ganzen Haus, wenn man die Milch schon im Haus in den Tränkeeimer gibt.

Nicht getrunkene Milch nicht im Tränkeeimer lassen, den kalte Milch bekommt den Lämmern gar nicht gut!
Den Rest besser den Ziegenmüttern geben. Unsere Ziegen sind ganz verrückt darauf und warten schon darauf, dass etwas übrig bleibt.

Der Tränkeeimer muß täglich mindestens 1 mal gründlich gereinigt werden!
Die Kleinen, die noch nicht an der Mutter getrunken haben, kommen sofort damit zurecht. Lämmer, die an der Mutter trinken und dann den Sauger einmal ausprobieren wollen, trinken nicht, sondern beißen nur die Sauger kaputt.

Bei unseren Bocklämmern war es so, dass eigentlich alle immer genau den Sauger haben wollten, den gerade der Bruder im Maul hatte.
Dazu drückt er den, der den Sauger im Maul hat, mit dem Kopf von unten nach oben weg.
Zunächst fanden wir das lustig. Aber nach einiger Zeit stellten wir plötzlich Entzündungen am und im Auge fest, die wir uns nicht erklären konnten.
Aber des Rätsels Lösung war ganz einfach. Durch das ständige Wegdrängen der anderen, waren die Lämmer am Kopf ständig mit Milch besudelt. Und diese Milch war der ideale Nährboden für Bakterien!

Da mir die Lämmer nicht davon abhalten konnten, sich ständig wegzudrücken, wurde ihnen nach der Tränke die Milch am Kopf mit klarem Wasser abgewaschen und die Entzündungen heilten schnell ab.
Zunächst haben wir versucht so häufig wie möglich und in gleichen Abständen zu tränken. Nach und nach haben wir die Anzahl der Tränkungen reduziert.

Anfänglich tränkten wir mit H-Vollmilch. Nach einiger Zeit bemerkten wir dass der Kot zu dünn wurde. Daraufhin haben wir zunächst auf fettarme H-Milch umgestellt und ganz zum Schluß sogar diese noch mit Wasser verdünnt.

Pro Tränke bekamen unsere Lämmer nur maximal 0,5 Liter pro Tier.
Der Tränkeeimer war für die Lämmer über einen Lämmerschlupf erreichbar. Sie hielten sich sowohl in diesem geschützten Bereich, aber zuletzt mehr und mehr in der Herde auf.

Die 5 Bocklämmer waren ihren Müttern sofort weg genommen worden. Es wurde auch später keine Beziehung zu den eigenen Müttern hergestellt.

Das weibliche Lamm trank am Eimer und nicht an der Mutter. Es gesellte sich nach dem Tränken aber sofort wieder zu seiner Mutter und ihren beiden Brüdern.


Bis zum Alter von rund 50 Tagen hatten diese Lämmer eine höhere tägliche Zunahme, als die Lämmer, die bei ihren Müttern tranken.
Ein erstaunliches Resultat, wenn man bedenkt, dass es sich um 2 Vierlingsböckchen und 3 Fünflingsböckchen handelte.