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Leistungskontrollen:

Als Leistungskontrollen kennen wir die Milchleistung, die Fleischleistung, das Größenwachstum und die Reproduktion.
Da die Burenziegen eindeutig zu den Fleischrassen zählen, spielt die Fleischleistung eine besondere Rolle.
Leider wir die Fleischleistung aber von erstaunlich vielen Ziegenhaltern und Organisationen falsch verstanden und führt zu den fast überall auf Schauen zu sehenden extrem verfetteten Jungtieren.

Fleischleistung:

Unter der Fleischleistung versteht man eine Gewichtszunahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes.
Der Prüf-Zeitraum wird in der Regel von der Zuchtorganisation vorgegeben und ist nicht einheitlich geregelt.
Einzelne Zuchtorganisationen, so auch der niederländische NOG, verlangen dabei eine Berücksichtigung des Geburts-Types und des Aufzucht-Types.
Dies ist mit mehr Aufwand verbunden, liefert aber bessere Informationen für die Zuchtauswahl.
Genaue und regelmäßige Wiegungen sind die Basis für die  Berechnung der Fleischleistung.
 

Größenwachstum:

Zur Bestimmung des Wachstums können verschiedene Körpermaße verwendet werden.
Das gebräuchlichste Körpermaß ist die Schulterhöhe. Da diese Höhe aber schlecht zu messen ist, weil die Tiere sich ducken, wird nun vermehrt die Höhe am Kreuz gemessen.
Bei den Längenmaßen spielt die Rumpflänge die größte Rolle.  Bei den Körperbreiten sind die Brust- und Becken-Breite wichtigste Maße.
Beim NOG in den Niederlanden werden die Kreuzhöhe, der Brustumfang hinter den Schultern und der Oberarmunfang gemessen.

 

Reproduktion / Fruchtbarkeit:

Ein Tier, das keine Nachkommen zeugen bzw. aufziehen kann, ist als Nutztier wenig wert.
Dieses wichtige Leistungskriterium wird bei der Ziegenzucht leider noch weniger beachtet, als das Größenwachstum, da es noch schwerer zu beurteilen ist.
Das größte Hindernis stellt dabei die doch recht geringe Lebenserwartung dieser Tiere dar. Lediglich bei Böcken kann man bei längerem Einsatz eine brauchbare Menge an Daten der Nachkommen zusammentragen.
Wir nutzen unsere umfangreiche Datensammlung zu unseren Tieren zu deren Leistungsschätzung.

Gewichtskontrollen:

Wer Tiere dieser Rasse hält oder gar züchtet, muss deshalb zwangsläufig über geeignete Waagen verfügen.
Wir benutzen eine modifizierte Babywaage für Lämmer bis maximal 15 Kg Körpergewicht.
Danach wiegen wir mit einer Schweinewaage mit einem Wiegebereich bis 300 Kg. Aus Personenwaagen selbst gebastelte Waagen sind ungeeignet.

Wir erfassen  folgende Wiegungen:

·         Geburtsgewicht

·         Gewicht mit 50 Tagen

·         Gewicht mit 100 Tagen

·         Gewicht mit 150 Tagen


Diese Wiegungen  ermöglichen es uns die Entwicklung zu überwachen, sowie als Selektionskriterium.
Junge Lämmer wiegen wir aber zur besseren Kontrolle ca. 1 mal pro Woche.

Wenn die Tiere älter werden, sollte man sie aber trotzdem regelmäßig wiegen, denn:

·      Die Dosierung von Medikamenten bei erforderlichen Behandlungen richtet sich immer nach dem Lebendgewicht.
       Tierärzte schätzen das Gewicht dieser Rasse immer zu niedrig ein, was zu Unterdosierungen mit all den üblichen Folgen führt.

·       Plötzliche Gewichtsverluste zeigen uns Krankheiten an.

·       Man kann erkennen, wie viele Lämmer eine Ziege trägt, denn pro Lamm wiegt sie bei uns gegen Ende der Trächtigkeit etwa 10 Kg mehr.

 

Erstbelegungsalter:

Die Burenziege ist ein Spätentwickler. Sie benötigt für ihr eigenes Wachstum länger, als die schnellwüchsigen Milchziegenrassen.
Wird sie, wie es leider oft empfohlen wird, schon im Alter unter einem Jahr gedeckt, bleibt sie selbst im Wuchs stark zurück.
Dazu kommt noch die große Gefahr der lebensbedrohlichen Ketose und der  daraus folgenden unzureichenden Milchleistung.
Die Lämmer sind lebensschwach, eher klein und entwickeln sich schlecht.

Kommen die Ziegen erst dann zum Bock, wenn sie bei der Geburt ihrer Lämmer selbst ca. 2 Jahre alt werden, dann vermeidet man die vorgenannten Probleme weitgehend. Wir haben beste Erfahrungen mit diesem Zeitpunkt gemacht.

 

Belegungszeitraum:

Immer wieder findet man die Information, dass Burenziegen asaisonal seinen und das ganze Jahr über gedeckt werden können.
Das trifft auf Tiere, die nicht im Stall gehalten werden, jedoch keineswegs zu. Wie bei anderen Ziegenrassen auch, bestimmt weitgehend die abnehmende Tageslichtmenge die Aufnahmebereitschaft der Burenziege. Der natürliche Zeitraum ist der Herbst.
Die Geburt der Lämmer erfolgt dann, wie von der Natur vorgesehen, im zeitigen Frühjahr und die Lämmer sind fit für den Weidegang, wenn die Vegetation erwacht.

Bei unserer Haltungsform wurde noch keine Burenziege im Bereich vom 1. Januar bis zum Ende des Monats Juni bockig.

Nach vielen Versuchen teilen wir heute unsere Ziegen jeweils am 1. Oktober den Böcken in separaten Herden zu.
Die Ziegen bleiben dann jeweils 1 Monat in der Herde bei dem Bock. Dadurch kommen unsere Zickel ab Anfang bis Ende März des Folgejahres zur Welt.
Dies hat bei uns gleich mehrere Vorteile:

  • Wir benötigen wesentlich weniger Futter
  • Im Winter, wenn sich die Ziegen vorwiegend im Stall aufhalten, sind sie nicht mehr so kampfbereit und beanspruchen nicht so viel Platz. Wenn zu dieser Zeit schon Lämmer da sind, müssen die rangniederen Tiere mit ihren Lämmern häufig draußen stehen.
  • Die Ablammungen erfolgen im März bei recht angenehmen Temperaturen, was nicht nur den Tieren, sondern auch uns, da wir ja bei den Geburten dabei sein wollen, sehr entgegen kommt.

 

 

Anzahl Lammungen:

In der Literatur wird immer wieder hervorgehoben, dass eine Burenziege in 2 Jahren ganze 3 Ablammungen haben kann.
Kann! Doch was ist die Folge?

  • Die Ziegen haben keine ausreichende Erholungsphasen und die Ziegen werden ausgezehrt. Ihre Lebenserwartung sinkt deutlich.
  • Die Lämmer werden von Ablammung zu Ablammung kleiner, schwächer und anfälliger.
  • Durch häufige Ablammungen pro Jahr steigt der Keimdruck in der Herde und die Lämmer erkranken häufiger.

Wenn man lange Freude an gesunden Tieren haben will, sollte man darauf unbedingt verzichten!

  

Fütterung und Haltung in der Trächtigkeit:

Ungefähr nachdem die Bocklämmer von den Müttern getrennt wurden, erhalten die Mütter bei uns auch kein zusätzliches Kraftfutter mehr. Erst so etwa 6 Wochen vor dem nächsten Ablammtermin bekommen sie wieder Kraftfutter. Die Menge steigern wir ganz langsam, damit das Verdaungssystem der Tiere sich darauf einstellen kann. Die Menge darf auf keinen Fall so groß sein, dass die Ziegen aufhören Heu in ausreichender Menge zu fressen oder ihr Kot klumpig wird.
Wir fütter heute nur noch fertige Ziegenpellets. Besonders gern werden klein geschnittene Möhren genommen. Sie dienen auch als Appetitanreger.
Früher gaben wir eine Mischung aus geschnitzelten frischen Futtermöhren, losen Melasseschnitzeln, Ziegenpellets und eventuell auch gequetschtem Hafer.
Unter unser Heu mischen wir Krummet. Das fressen unsere Tiere besonders gerne.

Unsere Tiere bleiben auch in der Trächtigkeit in der Herde. Ein Einsperren in Boxen würde bei unseren Tieren sogar zur Verweigerung der Nahrungsaufnahme führen.
Rangniedere Tiere müssen aber genügend Platz zum ausweichen haben.
Verlammungen wegen Verletzung durch ranghohe Tiere hatten wir zumindest bis heute nicht zu beklagen. Lediglich eine starke  Ziege musste ausgerechnet  2 Tage vor dem Geburtstermin ihrer Lämmer sich noch mit 2 anderen Ziegen gleichzeitig einen Kampf über einen ganzen Tag liefern.
Dadurch kam eines ihrer 3 Lämmer tot zur Welt. Vermutlich durch Nabelschnurabriss oder Plazentaablösung während den Kämpfen.

 

Geburtsvorbereitungen:

  • Gemäß den Empfehlungen eines bekannten Burenziegenzüchters aus den USA und anderer Quellen, werden unsere tragenden Ziegen ca. 6 bis 4 Wochen vor dem Ablammtermin mit Vitamin-E/Seleen versorgt.
  • Gleichzeitig werden alle Mütter mit Heptavac-P geimpft. Die Impfung zu diesem Zeitpunkt stellt sicher, dass die Lämmer schon mit einem ausreichenden Schutz gegen diverse Krankheitserreger geboren werden.
  • Die Euter und Zitzen sind nun regelmäßig zu kontrollieren. Eventuell ist auch ein Säubern und Eincremen der Zitzen durchzuführen.
  • Die Euter müssen sich in den letzten Wochen der Trächtigkeit entsprechend entwickeln. Die geschieht kontinuierlich.
    Wird das Euter dann schlagartig noch einmal deutlich größer, steht die Geburt bevor.
     

Geburten:

Die Geburt der Burenziegen-Lämmer gestaltet sich oft schwierig.
Wenn möglich, sollte man beim Ablammen dabei sein, um notfalls eingreifen zu können.
Warmes Wasser, Seife, Veterinärhandschuh, Gleitmittel  und Handtücher bereit halten.
Telefonnummer des Tierarztes bereithalten, damit man im Notfall diesen schnell hinzuziehen kann.

Wenn man ein Lamm in der Mutter manipulieren muss, möglichst nicht in den Geburtkanal hineingreifen. Infektionsgefahr!
Ist dies nicht zu umgehen, müssen die Hände absolut sauber und desinfiziert sein.
Nach Möglichkeit auch Einmalhandschuhe überziehen und ein Gleitmittel benutzen. Dadurch verhindert man Verletzungen durch Fingernägel und verringert auch die Keimbelastung.
Anschließend muss das Muttertier aber unbedingt antibiotisch abgedeckt werden.

Kommt ein Lamm in Normallage, ist kaum mit Schwierigkeiten zu rechnen.
In der Normallage liegt das Lamm gestreckt auf dem Bauch, wenn es durch den Geburtskanal  kommt:
- Zuerst kommen die gestreckten Vorderbeine aus dem Geburtskanal.
- Danach ist zwischen den Vorderbeinen die Spitze des Kopfes zu sehen.
- Sobald auch die Schulter ausgetreten ist, folgt der Rest des Lammes automatisch.

Wenn mann mithelfen muss:
- Niemals am Kopf des Lammes ziehen, sondern möglichst gleichzeitig an beiden Vorderbeinen, oder versuchen mit einer Hand hinter die Schulter zu kommen.

Mit was muss man rechnen?

  • Häufig mehr als 2 Lämmer. Im Dezember 2009 brachten 10 unsere Ziegen sogar  30 Lämmer zur Welt.
  • Sehr feste Fruchthüllen, die schlecht reißen.
  • Schleimiges Fruchtwasser.
    Das Lamm trocknet in der kalten Jahreszeit dadurch sehr langsam, was zu Unterkühlungen und Erfrierungen führen kann.
  • Schwere Geburten und als Folge geschwächte Mütter und reglose Lämmer, die die Fruchthülle nicht zerreißen und als Folge davon erstickte Lämmer.

    Geburtsablauf:

Wenn es zur Geburt kommt, sucht sich die Ziege einen geeigneten Ablammplatz. Dabei scharrt sie häufig mit den Vorderbeinen eine Kuhle in der Einstreu. Zudem dreht sie sich häufig im Kreis und meckert.
Ist man zu Stelle, kann man jetzt lenkend eingreifen und das Tier an einen geeigneten Platz dirigieren, an dem die Geburt ungestört erfolgen kann.
Die Ziege bestimmt, wann es so weit ist. Nicht voreilig eingreifen, sondern nur, wenn es wirklich zu Komplikationen kommt.
Kennt man sich damit nicht aus, dann sollte man sich einen sachkundigen Beistand hinzurufen.
Ist das Lamm schon mit Kopf und Vorderteil herausgepresst, kann man noch etwas mithelfen, aber absolut ohne Gewalt.

Sobald das Lamm komplett geboren ist, greifen wir  kurzzeitig ein, indem wir die Fruchthülle aufreißen und die Atemwege des Lammes frei machen um es dann sofort wieder der Mutter zu überlassen.
Die Mutter sollte nun sofort damit beginnen ihr Lamm trocken zu lecken. Dabei wird die Bindung zwischen Mutter und Kind aufgebaut

Bei der Geburt weiterer Lämmer dreht sich die Ziege wieder wie zuvor. Dabei kann es vorkommen, dass sie auf ihr zuvor geborenes Lamm tritt, wenn sie nicht ausreichend Platz zur Verfügung hat.
Auch hier notfalls das Lamm etwas zur Seite nehmen.



Sind alle Lämmer geboren:

- Eins nach dem anderen kontrollieren und seine Körpermerkmale für die spätere Identifizierung notieren. Eventuell mit Farbe kennzeichnen.
- Das Geburtsgewicht ermitteln.
- Den Nabel eventuell einkürzen und desinfizieren.
- Die Zitzen der Mutter reinigen ( sind oft vom Geburtsvorgang verschmiert ) und anmelken bis Biestmilch austritt.
- Kontrollieren, ob alle Lämmer an der Mutter trinken. Sind Lämmer zu schwach, muss man ihnen Hilfestellung geben.
  Notfalls muss man die Mutter abmelken und dem Lamm die erste Biestmilch mittels Magensonde verabreichen.
- Ist es sehr kalt, frottieren wir die Lämmer mit einem Handtuch etwas trocken. Auch ein Fön zum Trocknen setzen wir gelegentlich ein.
  Eine Wärmelampe ist auch sehr hilfreich. Aber Vorsicht! Brandgefahr!!  Sie muss so angebracht sein, dass die Mutterziege sie nicht herunterreißen kann.

Eine Geburt ist erst dann sicher abgeschlossen, wenn die Nachgeburt abgegangen ist. Diese kann unmittelbar nach dem zuletzt geborenen Lamm kommen, oder auch erst einige Stunden später. Kommt keine Nachgeburt, sollte man einen Tierarzt hinzuziehen.
Manche Ziegen fressen die Nachgeburt zum Teil oder ganz auf. Das macht sie aber nur, wenn die Einstreu ganz sauber ist. Wir lassen dies zu, denn diese Tiere folgen noch ihrem Urinstinkt um sich und ihre Nachkommen vor Raubtieren zu schützen und haben noch keine Nachteile feststellen können.
Es gibt Meinungen, dass dies den Muttertieren schaden würde, weil es ja Wiederkäuer sind. Andere vertreten die Meinung dass die Ziege dadurch wieder wertvolle Stoffe zu sich nimmt, die sie zum Aufbau der Milchleistung benötigt.
 

Geburtstypen:

Bei uns sind in den letzten Jahren bis Ende 2009, 162 Lämmer bei 75 Ablammungen zu Welt gekommen. Das entspricht 2,2 Lämmer pro Lammung.
Einlinge kommen häufig bei kleineren, erstgebärenden Ziegen vor.
Zwillingsgeburten wünscht sich jeder Züchter, aber Drillinge kommen bei großen, älteren Tieren recht häufig vor.
Vier- und Fünflinge sind als absolute Ausnahme anzusehen und keineswegs erstrebenswert.
Die nachfolgende Grafik zeigt die Häufigkeitverteilung der Geburttypen unserer Tiere:

Geburtsgewichte:

Bocklämmer sind im Durchschnitt schwerer, als weibliche Lämmer. Einlinge und Zwillinge sind wiederum schwerer, als Drilling, Vierlinge etc.
Geburtsgewichte ab 2000g reichen  völlig aus. Wichtig ist lediglich, dass die Lämmer bei der Geburt gesund und mobil sind.
Gewichte über 5kg sind als Schwergeburten zu beurteilen. Die Ziege und ihre Lämmer werden arg mitgenommen. Als Folge davon sind Verluste bei der Geburt recht häufig. Von der Geburt stark geschwächte Lämmer sind oft auch nicht in der Lage selbst zum Euter zu kommen und die Biestmilch zu trinken.

Die Geburtsgewichte werden außer vom Geschlecht und dem Geburtstyp auch von der Genetik, aber auch von der Fütterung der Mütter in der Trächtigkeit beeinflußt.
Wenn man die Fütterungsempfehlungen (siehe oben) befolgt, kann man viele Probleme vermeiden.

Geburtsgewichte Bocklämmer [g]
Geburtstyp Mittelwert Min Max
Einling 4360 3420 5270
Zwilling 4489 2340 5540
Drilling 3907 2210 5580
Vierling 3775 3650 3900
Fünfling 3310 2950 3880

Geburtsgewichte Ziegenlämmer [g]
Geburtstyp Mittelwert Min Max
Einling 4365 3600 5030
Zwilling 3971 2500 5170
Drilling 3543 2170 4700
Vierling 3500 3450 3550
Fünfling 3532 2660 4000

 

Euter- und Zitzenpflege:

Bekanntlich haben auch schon die kleinsten Lämmer Zähne im Unterkiefer. Normalerweise nähert sich ein Lamm dem Euter seiner Mutter von deren Kopfseite. Die Mutter kann dabei kontrollieren, ob es sich um eines ihrer Lämmer handelt. Dazu riecht die Mutter am Hinterteil des Lammes.
Die kleinen Zähne des Lammes treffen beim Saugen auf die Hinterseite der Zitze. Durch gieriges Saugen und besonders wenn es sich festbeißt um nicht von einem anderen Lamm verdrängt zu werden, verletzt es dabei die Zitzen.
Besonders ausgeprägt ist dies, wenn eine Mutter mehr als 2 Lämmer führt.
Auch ohne äußeren Verbiss trocknet die Haut der Zitzen durch das Saugen der Lämmer stark aus und kann rissig werden.
In die Risse oder Bisswunden treten Krankheitskeime ein, die zur Euterentzündung (Mastitis) führen können.
Eine Kontrolle und Pflege der Euter in relativ kurzen Abständen ist zu empfehlen.
Nach der Reinigung trägt man zur normalen Pflege Melkfett, oder auch Handcreme auf.
Lebertran-Zink-Salbe ist nach unserer Erfahrung ein sehr gutes Mittel um auch kleine Verletzungen und Risse zu behandeln.
Haben sich schon Krusten und Entzündungen gebildet muss man eventuel auch schon den Tierarzt hinzuziehen.

 
Fütterung der Ziegen nach der Ablammung:

Die Mütter müssen nach der Geburt ihrer Lämmer sehr viel Milch produzieren um ihre Lämmer satt zu bekommen. Dies ist um so wichtiger, wenn die Ziege gleich 3 oder sogar 4 Lämmer zu versorgen hat.
Daher darf man das Zufüttern mit Kraftfutter nicht sofort einstellen. Die Kraftfuttergaben muss man in der ersten Zeit sogar langsam ( unter Beachtung der Kotkonsistenz ) steigern, da die größer werdenden Lämmer auch mehr Milch benötigen, als ein frisch geborenes Lamm.
Als sehr positiv hat sich bei uns die Fütterung der Mütter mit Heu aus dem 2. Schnitt herausgestellt. Dieser Heutyp ist nicht so hart wie das normale Heu und wird auch schon von unseren Lämmern im Alter von ca. 2 Wochen gerne gefressen.
In dem Maße, wie die Lämmer selbstständiger werden und normales Futter und Wasser aufnehmen, reduzieren wir die Kraftfuttergaben, bis wir nach spätestens 3 Monaten bei Null angekommen sind.
 

Haltung der Ziegen nach der Ablammung:

Ranghohe Tiere bekommen bei uns ihre Lämmer in der Herde, da sie in der Lage sind, sich den nötigen Freiraum für sich und ihre Lämmer in der Herde zu schaffen.
Rangniedere müssen jedoch ständig ausweichen, was den Start der Lämmer deutlich erschwert.
Wir trennen diese Mütter und ihre Lämmer nach Bedarf für 1 bis 3 Tagen von der Herde damit sich die Bindung zwischen den Lämmern und der Mutter ungestört aufbauen kann. Danach sind die Lämmer  auch schon so mobil, dass sie durch andere Herdenmitglieder nicht mehr gefährdet sind.
Die Lämmer liegen in diesem Alter schon meist zusammen mit anderen an einem geschützten Platz. Bei uns unter der Wanne der Heuraufe oder in der Lämmerkiste in die wir auch eine Wärmelampe einbauen können. Sie liegen dicht beisammen und wärmen sich gegenseitig. Die meiste Zeit wird mit Schlafen verbracht.
Die ranghohen Ziegen säugen ihre Lämmer meist im Stall, währen die rangniederen Ziegen ihre Lämmer zum Säugen fast immer nach draußen führen.
Sind die Zickel hungrig, suchen sie ihre Mutter, was am Anfang noch etwas Probleme bereitet und so manchen Schubs zur Folge hat.
Wenn die Ziege feststellt, dass es Zeit zum Säugen ist, dann ruft und sucht sie ihre Lämmer. Manche Ziegen lassen ihre Lämmer auch nur dann trinken, wenn sie selbst die Lämmer gerufen haben.